Spirituosen · Whisky

Sechs Flaschen für das erste Whisky-Regal

· 8 Minuten Lesezeit

Speyside, Highland, Islay, Irland, Japan und Amerika, für 40 bis 80 € pro Flasche. Ein Regal, das die ganze Landkarte abdeckt und dir zeigt, was dir schmeckt.

Das Whisky-Regal im Laden ist darauf ausgelegt, einzuschüchtern. Hunderte Flaschen, die meisten davon ansehnlich, Preise von 25 bis 2.500 €, und ein Vokabular aus Torf, Sherry und Abgang, das voraussetzt, dass du dich schon auskennst. Musst du aber nicht. Sechs Flaschen, so verschieden wie möglich voneinander ausgewählt, bringen dir in drei Monaten mehr bei als ein Jahrzehnt wahllosen Kaufens, und keine davon kostet mehr als ein gutes Abendessen.

Die sechs

  • Glenmorangie The Original 10, Highland, etwa 40 €. Die sanfte Einführung: Vanille, Zitrus, Honig, aus hohen Brennblasen und Bourbonfässern. Wenn dir das nicht schmeckt, ist Whisky vielleicht nichts für dich.
  • GlenDronach 12, Highland, etwa 55 €. Komplett in Sherryfässern gereift: Trockenfrüchte, Christstollen, dunkle Schokolade. Die Flasche, die Weintrinker bekehrt.
  • Talisker 10, Isle of Skye, etwa 48 €. Maritim, pfeffrig, ein wenig Rauch, viel Meer. Der Whisky für eine kalte Nacht am Kamin.
  • Lagavulin 16, Islay, etwa 80 €. Der große torfige Malt: Rauch, Jod, Teer, darunter Süße. Die Hälfte der Leute, die ihn probieren, kommt nie mehr davon los. Die andere Hälfte verzeiht ihm nie. Beides sagt dir etwas über dich selbst.
  • Redbreast 12, Irland, etwa 65 €. Single Pot Still, dreifach destilliert, sherrygeprägt: cremig, würzig, Obstgarten-Aromen. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Liste und die Flasche, nach der deine Gäste fragen werden.
  • Nikka From the Barrel, Japan, etwa 50 €. Ein Blend, abgefüllt mit 51 Prozent in einer quadratischen Flasche: intensiv, ausgewogen, ein Hauch fernöstlich. Der Beweis, dass Japan von Schottland gelernt und dann sein eigenes Ding gemacht hat.
Kauf Whisky, um herauszufinden, was dir schmeckt, und kauf dann mehr davon. Jede andere Strategie ist Sammeln, und Sammeln ist ein anderes Hobby mit schlechteren Erfolgsaussichten.

Wie man sie verkostet

Ein tulpenförmiges Glas, ein kleiner Schluck, eine Karaffe Wasser bei Zimmertemperatur. Rieche zunächst mit leicht geöffnetem Mund aus einiger Entfernung, dann näher heran. Probiere pur und lass ihn im Mund liegen. Gib dann ein paar Tropfen Wasser dazu und probiere erneut, die meisten Whiskys über 46 Prozent öffnen sich dadurch deutlich. Schreib eine Zeile zu jedem in ein Notizbuch. Nach einem Monat wirst du merken, dass die Zeilen, die dir am meisten Spaß gemacht haben, sich um einen bestimmten Stil gruppieren. Das ist der Stil, den du als Nächstes erkunden solltest.

Was als siebte Flasche folgt

War es die GlenDronach: Aberlour A'bunadh, Macallan 12 Sherry Oak, Glenfarclas 15. War es die Lagavulin: Ardbeg 10, Laphroaig 10, Caol Ila 12. War es die Redbreast: Green Spot, Powers John's Lane. War es die Nikka: Yamazaki 12, wenn du sie zu einem vernünftigen Preis findest, Hakushu 12, Chichibu wenn du Glück hast. War es die Glenmorangie: Clynelish 14, Balvenie 14 Caribbean Cask, Glenfiddich 15. Die Landkarte ist groß. Sechs Flaschen haben dir gezeigt, welche Ecke davon dir gehört.

Lagerung und Servieren

Aufrecht, ohne Sonnenlicht, bei Zimmertemperatur. Eine geöffnete Flasche hält sich ein bis zwei Jahre, unter einem Drittel Füllstand solltest du sie innerhalb weniger Monate austrinken. Serviere pur mit Wasser daneben, oder auf einem großen klaren Eiswürfel, wenn dir das lieber ist, und ignorier jeden, der etwas anderes behauptet. Ein Whisky, den du auf die Art trinkst, die dir gefällt, wird richtig getrunken.

Häufig gestellte Fragen

Sollte ich auf Altersangaben achten?

Für ein erstes Regal ja, weil sie dir etwas verraten. Später findest du hervorragende Whiskys ohne Altersangabe, aber am Anfang ist die Zahl ein nützlicher Hinweis darauf, wofür du bezahlst.

Blend oder Single Malt?

Beides. Nikka From the Barrel und Johnnie Walker Black sind Blends und besser als viele Malts zum doppelten Preis. Single Malt ist ein Stil, kein Rang.

Ist Whisky eine Geldanlage?

Für dich nicht. Die Flaschen, die im Wert steigen, werden von Leuten mit Lagerhallen und Geduld gekauft. Kauf, was du trinken wirst, und trink es.